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einstimmiger
Beschluss der Studierenden auf der
Vollversammlung der HfbK Hamburg am 23.Mai 2002:
Die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg
lehnen die Unterzeichnung des "Zukunftspakt: Qualität
und Innovation" grundlegend ab.
Es scheint offensichtlich, dass es sich bei diesem Diktat um die
Eleminierung künstlerischer Denk- und Handlungsräume handelt.
Die zu erwartenden Empfehlungen einer externen Expertenkommission
drohen unwiederruflich das Ende eines vertieften künstlerisch-orientierten
Studiums zur Folge zu haben.
Die in §1 formulierten Ziele des Zukunftspakts stehen massiv
im Wiederspruch zu Lehr- und Forschungsmethoden, die für die
Entwicklung von Perspektiven freien künstlerischen Arbeitens
notwendig sind.
Es ist offensichtlich, daß es sich bei der geplanten umstrukturierung
der Hochschule um die Durchsetzung von rein wirtschaftlichen Interessen
handelt.
Für eine Kunsthochschule ist ein Studium unter diesen Vorzeichen
indiskutabel. Die Kunsthochschule muss ein Ort sein, Strategien,
Methoden und Modelle zu entwerfen und zu erproben, die innerhalb
gesellschaftlicher, technologischer und politischer Bedingungen
die Verhältnisse in andere Wahrnehmungen bringen und Spannungsfelder
öffnet.
Gerade
angesichts der Umstrukturierungsvorgänge, die die ganze Stadt
betreffen, muss die Kunsthochschule ihr Potential und die Relevanz
vom Interesse der Kunst aus vertreten und durchsetzen. Somit ist
es in keinster Weise vertretbar, dem Diktat von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
zuzustimmen. Sogenannte Aufgabenfelder und Optionen für Zukunftsfähigkeit,
die sich nichts anderes zutrauen als das verfolgen ökonomischer
Kriterien, können zwangsläufig nur Ergebnisse und Arbeitsweisen
von Anpassung und Statik hervorbringen.
Die Zustimmung zu Kontroll- und Regulierungsmassnahmen, wie zum
Beispiel die von einer externen Expertenkommission intendierten,
ist unter diesen Aspekten absolut obsolet.
Das Studieren unter diesen Bedingungen kann keine andere Perspektiven
erarbeiten, die andere Praktiken umfassen, als die durch Gleichschaltung
und Instrumentalisierung vorgegebenen. Das Studieren selbst wird
auf diese Weise abgeschafft.
Die Studierenden der HfbK beschliessen den gemeinsamen Kampf gegen
das neue Hamburger Hochschulgesetz, den letter of intent, sowie
die zu erwartenden Ergebnisse einer externen Expertenkommission.
Wir wollen uns massiv an Protestaktionen und inhaltlicher Arbeit
am Strukturreformprozess der HfbK beteiligen.
Diesbezüglich erwarten wir die Öffnung und nötige
Transparenz des Reformprozesses für alle Mitglieder der Hochschule.
Kämpfen wir für eine HfbK nach unseren Wünschen!
Es
lebe das Künstlerische, der Freiraum,
die Vielfalt und Interdisziplinarität!
* Das
Präsidium der Hochschule für bildende Künste wird
zu einer öffentlichen Stellungnahme bzgl des dargelegten Beschlusses
der Studierenden aufgefordert.
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